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Gemeinsam am Rad drehen für den Klimaschutz

Geschrieben am 29.05.2019

Reger Austausch beim 1. Top-Info-Tag 2019 der SHK-Innung Dillenburg in Herborn

HERBORN. Was können die SHK-Innung, die Handwerkerschaft, die Politik und weitere Akteure für den Klimaschutz tun? Was kann der einzelne leisten? Um diese Fragen drehte sich der 1. Top-Info-Tag der SHK-Innung Dillenburg Anfang Mai unter dem Motto „Klimaschutz!? 5 vor oder schon nach 12?“. Hier kamen Innungsmitglieder, Vertreter aus Politik und Handel sowie Kooperationspartner der Innung zusammen.

Die verschiedenen Kurzvorträge beleuchteten den Klimaschutz aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Doch so unterschiedlich die Ansätze der einzelnen Redner auch waren: Sie alle wollen den Klimaschutz weiter vorantreiben.

SHK realisiert die Energiewende vor Ort

Bei der Energiewende stehen die Berufe im Sanitär-Heizung-Klima-Handwerk natürlich besonders im Fokus: Mit ihrem Know-how rund um erneuerbare Energien und Energieeffizienz setzen sie die Energiewende vor Ort praktisch um. Beispielsweise durch den Austausch einer alten, „energiefressenden“ Heizung.

Hin zu einer welterhaltenden Sichtweise

Es folgte die Diskussionsrunde „Der Jugend mehr zuhören“ mit Enrico Kautz als Lehrer (Haupt- und Realschule Dillenburg), Heinz Schreiber als Vertreter der Politik und Stefan Zienert als stellvertretender Obermeister der SHK-Innung. Geplant war auch die Stimme der Jugend zu hören, doch leider fand sich kein Schüler für diesen Austausch. Zum Auftakt machte Zienert seinem Unmut Luft: „Wir müssen weg von der rein wirtschaftlichen Sichtweise und hin zu einer welterhaltenden Sichtweise. Wir müssen gerne investieren in die Zukunft und nicht ständig fragen, was habe ich wirtschaftlich davon.“ Das Thema Klimaschutz sei in den Familien und damit auch in den Köpfen unserer Schüler angekommen, berichtete Enrico Kautz. Es stelle sich daher die Frage, wie die Schule das Thema aufgreifen könne und ganz konkret, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit es mit der Innung gebe. Heinz Schreiber machte deutlich, dass die Politik auf die „Fridys for future“-Bewegung reagiere – sowohl in der Bundespolitik wie auf kommunaler Ebene. „Das ist gut, wichtig und notwendig“, doch es fehle an Faktenwissen bei der Jugend. Daher müssten Klimaschutz und Artensterben in der Schule viel präsenter werden.

75.000 alte Heizungen im LDK

Auch Ingo Dorsten als Klimaschutzmanager des Lahn-Dill-Kreises beklagte das unzureichende Wissen der Schüler, „doch der LDK macht was“. So sei ein Bildungsprojekt in Kooperation mit der Innung gestartet. Leider viel zu wenig tun offenbar die Immobilienbesitzer im LDK: „Wir sind im Sanierungsstau.“ 75.000 überalterte Heizungen müssten laut Dorsten getauscht werden. „Effizienzpotentiale erkennen und Beratungsimpulse setzen“: Das könnten die SHK-Betriebe für den Klimaschutz tun, meinte Dorsten. Als praktisches Beispiel nannte er größere Liegenschaften mit umfangreichem Warmwassersystem und geringem tatsächlichen Warmwasserbedarf. Hier lohne sich eine Umrüstung auf eine dezentrale Warmwasserbereitung, zum Beispiel mittels elektrischer Durchlauferhitzer. So könne der meist viel zu überdimensionierte Öl- oder Gaskessel im Sommer abgeschaltet und Energie sowie Kosten gespart werden.

Fachbetriebe vor Ort im Netz finden

Doch alle Bemühungen der SHK-Innung um den Klimaschutz kommen nicht an, wenn die Betriebe nicht gefunden werden, was zunehmend digital stattfindet. Und so berichtete Andreas Ditze, Geschäftsführer der Internetagentur Tripuls, von den Erfolgen des Innungsauftritts im Web, den Tripuls ebenso wie viele Seiten der Innungsmitglieder betreut.

Fazit: Der 1. Top-Infotag 2019 der SHK-Innung Dillenburg ist ein Baustein für die Energiewende. Und allen Beteiligten war klar: Wir müssen gemeinsam am Rad für den Klimaschutz drehen und nicht jeder für sich.

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