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Hauswasserfilter in der Trinkwasserinstallation

Geschrieben am 01.11.2016

Sind mechanische Filter in der Trinkwasserinstallation einzubauen oder nicht?  

Regelmäßig werden Fachbetriebe für die Trinkwasserinstallation bei der Beurteilung von Bestandsanlagen angesprochen, ob der Einbau von Wasserfiltern unmittelbar nach der Wasserzähleranlage erforderlich sei oder nicht. Nachfolgend möchten wir diese spezielle Fragestellung ausführlich beantworten.

Feststoffpartikel, ohne Berücksichtigung ihrer Natur oder ihres Ursprunges, lagern sich in den Rohren ab1. Sie können dadurch in metallischen Rohren Lokalelemente erzeugen, die zu Lochkorrosion führen. Derartige Partikel können im Laufe der Zeit Brauseköpfe bzw. Luftsprudler verstopfen oder die Funktion von Armaturen stören.  Dies war der Grund dafür, dass bereits in den Technischen Regeln Wasserinstallation (TRWI) seit Dezember 1988 für metallische Rohrleitungen unmittelbar nach dem Wasserzähler ein Filter nach DIN 19632 2 einzubauen war. Da es in diesem Zusammenhang lediglich um einen möglichen wirtschaftlichen Schaden ging (Langlebigkeit der Rohrleitung), konnten Betreiber in der Vergangenheit auf den Nicht-Einbau eines Filters bestehen. Für die dann später aufkommenden Kunststoffrohrleitungen gab es diese Bedenken (bzgl. Korrosion) damals nicht. 

Bewertung

Mit den jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen, ist der mechanische Wasserfilter unmittelbar hinter dem Wasserzähler nicht mehr nur eine zusätzlicher Apparat zur Reduzierung des Korrosionsrisikos bei metallischen Trinkwasserleitungen, sondern auch wesentliches Bauteil für den dauerhaft sicheren und hygienischen Betrieb der nachfolgenden Trinkwasserverteilung. Diese reichert ohne Filter alle im Trinkwasser mitgespülten Partikel an und bietet damit auch zusätzliche Siedlungsfläche und/oder Nahrung für Bakterien. Diese unvermeidbare zusätzliche Belastung kann nur mit dem Einbau und dem bestimmungsgemäßen Betrieb des Filters vermieden werden. Durch den Filter können diese Partikel vor der Ablagerung in der Trinkwasserverteilung entfernt werden. Voraussetzung dafür ist, dass ggf. die Filterkerze in den vorgeschriebenen Intervallen erneuert oder rückspülbare Filter durch regelmäßiges Rückspülen nach Vorgabe des Herstellers gereinigt werden. Um die Funktion des Filters zu gewährleisten ist die halbjährliche Inspektion5 oder routinemäßige Wartung6 vorgeschrieben7. Hinweise dazu finden Sie auch in der Betriebsanleitung des Herstellers. Je nach Anlagensituation können auch kürzere Intervalle erforderlich sein.

Anforderungen durch Sicherheit und Hygiene unterliegen, entgegen den wirtschaftlichen Anforderungen des Korrosionsschutzes, nicht dem Bestandschutz. Dies bedeutet, dass auch bei bestehenden Anlagen ein mechanischer Trinkwasserfilter nachzurüsten, bzw. die vorhanden Filter in Betrieb zu halten sind. Bei Neuanlagen soll unbedingt eine Füllung ohne vorgeschalteten Filter vermieden werden. Wird eine bestehende ältere Trinkwasserverteilung erweitert, ist zu prüfen, ob ein zusätzlicher mechanischer Filter an der Übergangsstelle zweckmäßig ist, um Einschwemmungen aus bestehenden Leitungsabschnitten zu vermeiden8.

Der Fachmann muss daher auf den Einbau des Wasserfilters hinwirken, wenn dieser nicht bereits vorhanden ist. 


1 Vergleich dazu DIN 1988-200 Punkt 12.3.3

2 Norm nicht mehr verfügbar. 

3 Vergleiche dazu DIN 1988-200 Punkt 12.4.1

4 Zum Beispiel bei einer Dichtheitsprüfung mit Wasser oder der ersten Befüllung über den Bauwasserzähler.

5 Kann auch durch eingewiesene Person erfolgen. Inspektion ist gemäß DIN 31051 eine Maßnahme zur Feststellung und Beurteilung des Istzustandes einschließlich der Bestimmung der Ursachen der Abnutzung und dem Ableiten der notwendigen Konsequenzen für eine künftige Nutzung. 

6 Wartungsmaßnahmen dürfen nur durch Vertragsinstallationsunternehmen ausgeführt werden. Wartung ist gemäß DIN 31051 eine Maßnahme zur Verzögerung des Abbaus der vorhandenen Abnutzungsvorrats.

7 DIN EN 806-5 Anhang A Tabelle A.1  Nr. 32 Filter, rückspühlbar oder Nr. 33 Filter, nicht rückspühlbar

8 DIN 1988-200 Punkt 12.4.1

 

Stand: 01/2016 von FV SHK Hessen, Vervielfältigung nur im Originaltext, nicht auszugsweise gestattet

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