„Kalkulieren statt hoffen“ – mit sicheren Zahlen zum wirtschaftlichen Erfolg

Was kostet eine Arbeitsstunde tatsächlich? Wo liegt die betriebliche Preisgrenze? Und wie viele produktive Stunden müssen verkauft werden, damit ein Auftrag nicht nur Arbeit bringt, sondern sich für den Betrieb auch wirtschaftlich rechnet? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden des Tagesseminars „Kalkulieren statt hoffen – Zahlen im Griff wie ein Profi“, das am 8. September im KompetenzZentrum SHK Hessen in Gießen stattfand.

Das Seminar richtete sich insbesondere an kaufmännische Mitarbeitende in Handwerksbetrieben – und traf mit seinem Thema einen wichtigen Punkt im betrieblichen Alltag. Denn ein guter Auftragseingang allein garantiert noch keinen wirtschaftlichen Erfolg. Entscheidend ist, dass Preise und Leistungen auf einer belastbaren Kalkulation beruhen. Gerade wenn die Liquidität am Monatsende enger wird als erwartet, lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die zugrunde liegenden Zahlen.

Im Mittelpunkt des Seminartages stand nicht die graue Theorie, sondern die konkrete Anwendung. Anhand realitätsnaher Beispiele aus dem Handwerk arbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam an zentralen betriebswirtschaftlichen Fragestellungen. Schritt für Schritt wurden unter anderem Stundenverrechnungssätze ermittelt, betriebliche Preisgrenzen analysiert und die Bedeutung der tatsächlich verkauften Stunden für die Wirtschaftlichkeit eines Betriebes herausgearbeitet.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Deckungsbeitragsrechnung. Sie hilft dabei, Aufträge nicht allein aus technischer Sicht zu beurteilen, sondern fundierte betriebswirtschaftliche Entscheidungen zu treffen. Auch der Betriebsvergleich spielte eine wichtige Rolle: Die Teilnehmenden beschäftigten sich damit, Stärken und Schwächen eines Unternehmens anhand seiner Zahlen zu erkennen und daraus konkrete Schlüsse für den betrieblichen Alltag zu ziehen. Abgerundet wurde das Seminar durch eine praxisnahe Ausschreibungssimulation.

Dabei wurde deutlich: Kalkulation ist weit mehr als das Einsetzen von Zahlen in eine Formel. Wer seine Kosten kennt, seinen Stundenverrechnungssatz nachvollziehen kann und weiß, wo die wirtschaftlichen Grenzen eines Auftrags liegen, schafft eine wichtige Grundlage für unternehmerische Sicherheit.

Der Seminartag zeigte zugleich, wie wertvoll der Austausch und die gemeinsame Arbeit an konkreten Beispielen sind. Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge, die im Arbeitsalltag mitunter abstrakt erscheinen, werden greifbar, wenn sie auf typische Situationen eines Handwerksbetriebes übertragen werden.

So wurde der Titel des Seminars gleichzeitig zur Botschaft des Tages: Nicht hoffen, dass am Ende etwas übrigbleibt – sondern wissen, mit welchen Zahlen ein Auftrag wirtschaftlich erfolgreich werden kann.

Mit praxisorientierten Weiterbildungsangeboten wie diesem unterstützt das KompetenzZentrum SHK Hessen die Betriebe dabei, kaufmännisches Wissen zu stärken und wirtschaftliche Entscheidungen auf eine solide Grundlage zu stellen. Denn wer seine Zahlen versteht, kann nicht nur besser kalkulieren – sondern auch sicherer entscheiden.

Nächster Termin in Gießen 29.10.2026